Staunen – Tag 7/40 – 24.02.2021

„Wer nicht staunen kann wie ein Kind, muss sich langweilen wie ein Erwachsener.“ Karl Feldkamp

Staunen hat für mich auch immer etwas von großen Kinderaugen, die die Welt ganz neu entdecken. Das erste Mal die Eltern anschauen, eine neue Bewegung wahrnehmen, ein Ziel entdecken, zu dem es sich zu krabbeln lohnt, der fliehenden Katze auf dem Fuße folgen, immer schneller, sehen wie ein Regentropfen die Scheibe herunterrinnt, dass das Eis wegläuft, wenn mann es nicht schnell genug schleckt… Fragen Sie Eltern, fragen Sie sich selbst, über was Kinder alles staunen können und dann das Staunen auch zum Ausdruck bringen, endlos könnten Sie dann erzählen…

Wann aber kommt der Moment, ab dem wir selbst zu vergessen beginnen zu staunen? Wenn es schon etwas ganz Besonderes sein muss, das uns staunen lässt…

Zwei Erinnerungen dazu: Wir waren vor Jahren mit dem Presbyterium in Rom und einer unserer Presbyter machte ein wunderbares Foto, die ganze Piazza del Popolo gefangen in einer Seifenblase… Die andere Erinnerung ist von einem Kindergeburtstag. Unzählige Geschenke häuften sich auf dem Boden, der Kleine freute sich über jedes und packte gleich das nächste aus. Dann kam ein kleines Fläschchen, was war das? Wenn man den Ring aus der Flasche nahm und vorsichtig pustete entstanden Seifenblasen, bunt und schillernd und man konnte sie nicht fangen. Das Geburtstagskind war mit Staunen beschäftigt und die Erwachsenen auch, über diese strahlenden Kinderaugen.

Wie heißt es im Markusvangelium?

„Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“ Markus 10.13-16

Also lassen Sie uns staunen, gerade auch über die kleinen, flüchtigen und gerade damit oft so wunderschönen Augenblicke, die jeden Tag zum Leuchten bringen können auch und gerade jetzt.

Hören Sie „Kuriose Geschichte – Glückes genug“ aus „Kinderszenen“ von Robert Schumann, gespielt von Marc Jaquet am Flügel in der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Kind mit Seifenblasen (aus lizenzfreiem Fotopool)

 

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