Raum – 27/40 – 19.03.2021

Seit gestern Morgen lässt mich ein Lied von Ina Regen nicht los, es heißt: „Fenster“.

Ina Regen schreibt über Begegnung, die ganz ohne physische Nähe auskommt, und doch beschreibt, was Wahrnehmung des Nächsten und dessen Lebensraum bedeuten kann:

„Es ist warm, hell und es regnet.

Sie kommt gerade nach Hause

Nach 12 Stunden Nachtschicht,

nimmt die Kinder in den Arm.

Ihre Große hat Prüfung

Und eine ziemliche Angst.

Sie schreibt ihr ein Postet:

Ich weiß, dass du das kannst.

Sind unsichtbare Fäden,

die man Tag für Tag verwebt

zu einem ganz normalen Leben.

Hinter jedem Fenster ist eine kleine große Welt,

und vielleicht ist das, was uns getrennt hat, gar nicht das, was zählt.

Hinter jedem Fenster ein Moment aus Raum und Zeit

Und ja, wir sind verschieden, aber weinen tun wir gleich.

 

Er kennt jeden beim Namen

Im Großraumbüro…

Während die anderen weinen

Er sieht seine Nachbarin lächeln,

er weiß ja, sie hat nur ihn

sein unsichtbare Fee

die einen Tag für Tag verfehlt im ganzen Leben

Hinter jedem Fenster…

 

Ich fahr gerade über die Dörfer

Von Berlin zurück nach Wien

Und sehe unendlich viele Fenster vorüber ziehen.

Hinter jedem Fenster ist eine kleine große Welt,

und vielleicht ist das, was uns getrennt hat, gar nicht das, was zählt.

Hinter jedem Fenster ein Moment aus Raum und Zeit

Und ja wir sind verschieden, aber lachen tun wir gleich.“

 

Wie oft gehe ich gedankenlos durch die Bonner Südstadt, bin mit mir selbst beschäftigt. Wie wäre das, wenn ich wahrnehmen würde ganz bewusst – das genau das stimmt, was Regen singt: Hinter jedem Fenster ist eine kleine große Welt, mit Lachen und Weinen, mit Freude und Leid und ich gehe weiter…

Jesus hat einmal gesagt: „Was ihr dem Geringsten meiner Nächsten getan habt, das habt ihr mir getan.“ Matthäus 25.40

Um das zu tun, muss ich ihn wahrnehmen, muss mein Lebensraum, seinen berühren…

Hören Sie „Allegro non troppo“ aus der 7. Orgelsymphonie von Charles Marie Widor, gespielt von Marc Jaquet an der Orgel der Friedenskirche Düsseldorf.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Christian Oeser

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