Nähe – 33/40 – 26.03.2021

Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ 1.Korinther 13.13

Gerade in diesen Tagen erscheint mir das Pauluswort besonders wichtig. Zu jeder einzelnen der drei genannten Beschreibungen dessen, was bleibt, könnte man, könnte ich lange Predigten schreiben.

Wie ist das mit dem Glauben? Kann ich glauben? Glaube ich immer? Was muss ich glauben? Was macht meinen Glauben aus? Ist er stark, ist er schwach? Wer beurteilt einen richtigen Glauben? Kann ich mich selbst entscheiden zu glauben? Oder ist der Glaube nicht Geschenk, das ich nur auspacken muss, nur finden muss, in all dem, was mich Tag für Tag umgibt?

Wie ist das mit der Hoffnung? Kann ich hoffen und wenn ja, worauf hoffe ich? Was gibt mir Grund zu hoffen – zu hoffen gegen allen Augenschein? Zu hoffen in schweren Zeiten? Wenn mich aller Mut verlassen hat, soll oder kann ich dann an der Hoffnung festhalten, dass es ein Morgen gibt? Wie schwer ist es sich aufzuraffen um den Hoffnungsschimmer, den Funken in mir zu finden, der mich aufstehen lässt, den Rücken durchdrücken, „das Krönchen“ zu richten und weiter zu gehen, mein Leben in die Hand zu nehmen, zu gestalten…

Das Größte aber ist die Liebe. Ja, wenn sie mir geschenkt wird, wenn ich sie spüre, wenn sie in mir prickelt, wenn sie mich strahlen lässt. Wenn sie mich an die Hand nimmt, in den Arm nimmt, mich mitnimmt, mit mir geht, mir wieder Kraft gibt, Hoffnung schenkt und mich wieder glauben lässt.

Von wem kommt diese Liebe?

Manchmal von meinem Partner, manchmal von meinen Freunden, manchmal durch die Eltern, manchmal ganz überraschend durch einen Nächsten, der mir begegnet. Ja und immer von unserem Gott.

Er übernimmt diese Begleitung, er lässt nicht los, er ist da, wenn der Glaube klein wird, wenn die Hoffnung schwindet, wenn die Liebe kalt wird. Er ist da und bleibt, in seine Hände kann ich mich fallen lassen.

Er ist auch da, wenn ich Angst habe und zittere. Paulus sagt das, weil er es so erlebt hat. Als sein Leben in Trümmern vor ihm lag, hat er diesen begleitenden Gott erfahren, „der uns nicht gegeben hat den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ 2.Timotheus 1.7

Er ist mir nah, auch wenn ich fern bin, „dann aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“

Hören Sie „Chant du Ménestrel“ von Alexander Glasunow, gespielt von Erik Nestler am Saxophon und Yeain Lee am Flügel der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Ulrike Veermann

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