Energie – Tag 22/40 – 13.03.2021

Heute jährt sich der Tag des 1. Lockdowns. Es war ein Freitag, an dem die Nachricht kam, ab Montag Betretungsverbot für Kitas und Schulen. Ein aufgeregtes Wochenende mit ständig neuen Nachrichten aus der Politik, sei es von Landes- oder von Bundesseite, folgte. Die Regelungen änderten sich förmlich im Stundentakt. Wie hatten wir gehofft, dass in einigen Wochen alles wieder normal wäre… Aber normal ist nichts geworden, bis heute. Vielleicht nur eins, die Kinder in unseren Kitas wissen besser als wir mit allen AHA Regeln umzugehen, Maskentragen, ausführliches Händewaschen ist ihre Normalität geworden.

Viele Menschen haben versucht ihr Bestes zu geben, im Umgang mit einem Virus, das so nicht vorstellbar war. Ich muss selbst gestehen, dass ich noch im Januar 2020 gedacht habe, naja, in China kann so etwas geschehen, dass Ausgangsverbote erlassen werden, das wird es bei uns nie geben – und dann kam der schreckliche Frühling für Italien und die Auswirkungen kamen näher. Wir haben unser Leben verändert, weil es notwendig war, im wahrsten Sinne des Wortes: Es sollte die Not wenden, die Not der Suche nach einem Ausweg.

Wie viele Menschen sind aber auch aufgestanden und meinten es immer besser zu wissen als alle anderen – das hat unser Jahr nicht leichter gemacht. In dieser Woche haben die Impfungen der Mitarbeitenden in unseren Kitas begonnen und die Hoffnung wächst, dass dieser Sommer normal wird, anders normal, aber normaler als aktuell.

Vielleicht können wir dann im September ein Gemeindefest(chen) feiern, vielleicht können wir dann alle Menschen wieder sehen, auf die wir zurzeit verzichten müssen.

Wir brauchen noch ein wenig Energie, ein wenig Kraft, ein wenig Geduld, ein wenig Besonnenheit.

Und wir haben einen im Bunde, der das Virus nicht geschaffen hat, einen, der uns auch keinen Rat geben kann, wie es zu behandeln ist. Aber einen, der weiß wie wir durchhalten können und der uns Kraft schenkt. So wie es im Psalm heißt:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,

und der dich behütet schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der Herr behütet dich;

Der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,

er behüte deine Seele.

Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang

von nun an bis in Ewigkeit“

Psalm 121

Wir können das.

Hören Sie „Eintritt“ aus den „Waldszenen“ von Robert Schumann, gespielt von Marc Jaquet am Flügel der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Uwe Janser

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