Energie – Tag 21/40 – 12.03.2021

Es gibt diese Tage, an denen ich mich frage, was sieht Gott eigentlich in uns, in mir?

Wie kann er nach all dem, was wir Menschen mit unserer Verantwortung für die Schöpfung angestellt haben, noch Vertrauen in uns setzen? Wenn er wäre wie wir Menschen sind, wie ich bin, dann hätte er sich wohl längst umgedreht, einen neuen Weg eingeschlagen und all das, was geschehen ist aus seinem Gedächtnis gelöscht: „reset“ wie wir heute sagen, alles auf Anfang.

Das Besondere aber an diesem Gott, von dem die Schrift im alten und im neuen Testament erzählt ist, dass er unermüdlich an unserer Seite steht, dass er uns immer noch mehr zutraut, als wir selbst von uns halten.

Gestern war wieder einer dieser Tage, der uns daran erinnert hat, was Menschen in ihrem Größenwahn anstellen können. 10 Jahre ist Fukushima her, eine Umweltkatastrophe, weil Menschen glaubten auf einer Insel, die auf einem Erdbebengebiet steht, ein Atomkraftwerk kontrollieren zu können. Wie sagen die Wissenschaftler heute, 10 Jahre danach? Es wird noch Jahrzehnte dauern die Folgeschäden zu regulieren (eine Idee ist anscheinend, das verstrahlte Wasser ins Meer zu leiten). Ist das Verantwortung – nein, ich verweise nicht auf die weite Welt, wir könnten genug andere Beispiele auch aus unserem näheren Umfeld nennen.

Aber, Gott hält durch, bleibt da und spricht uns direkt an, nicht fordernd, nein, zusagend, versprechend, verheißend in zwei der schönsten Sätze der Bibel für mich

Da heißt es bei Matthäus: „Ihr seid Salz der Erde, Ihr seid das Licht der Welt…“ (Matthäus 5.13f)

Da heißt es nicht, ihr sollt es sein, nein da heißt es, ihr könnt und ihr werdet.

Woher nimmt er diese Gewissheit – und wenn er so an mich glaubt, warum ich dann nicht an ihn?

Wie heißt es im Johannesevangelium: „Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt wird nicht im Dunklen bleiben, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8.12)

Also, lassen Sie uns Salz der Erde sein und Licht der Welt – wir müssen uns nicht verstecken, weil Gott so viel mehr in uns sieht, als wir uns vorstellen können.

Hören Sie „Jazz Song“ von Gilles Martin, gespielt von Michael Neuhalfen (Klarinette) und Berthold Wicke am Flügel der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Uwe Janser

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