Energie – Tag 18/40 – 09.03.2021

Eine alte Geschichte begleitet meine Gedanken an diesem Tag, sie steht im Buch der Könige, dort heißt es:

„Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Judäa und ließ seinen Diener dort. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagesreise weit und kam und setzte sich unter einen Ginster und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, Herr, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.

Und er legte sich hin und schlief unter dem Ginster. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise.“ Könige 19.1-7

Eine traurige, eine schreckliche, eine wunderbare Geschichte. Was hatte Elia nicht alles getan um den Feinden seines Gottes entgegen zu treten. Wie viel Blut war durch ihn geflossen. Nun hielt er es nicht mehr aus, der einzige Weg schien ihm die Flucht zu sein. Er hatte Angst um sein eigenes Leben – wie würde die Rache der Anderen sein? Wie würde Gott reagieren? Hatte er nicht versagt? Elia beschließt seinem Leben ein Ende zu setzen, er will und er kann nicht mehr.

Und dann geschieht das Wunderbare, Gott lässt ihn nicht so einfach gehen, er schickt ihm einen Engel und Elia erkennt ihn nicht: da liegt ein geröstetes Brot, da steht ein Krug mit Wasser, er isst und trinkt und fällt wieder in Schlaf. Und der Engel kehrt zurück, schüttelt ihn und sagt: steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor Dir!

Und Elia steht auf und macht sich auf einen weiten Weg – wie es weiter gehen wird? Wir hören es Morgen. Jedenfalls schafft er es, den Kopf zu heben und Fuß vor Fuß zu setzen, nicht wissend, was kommen wird. Da ist plötzlich wieder Kraft in ihm, durch das Brot, das Wasser, die Begegnung, die Ansprache?

„Lass dir an meiner Gnade begegnen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig…“ Korinther 12.9

Ist Elia schwach oder stark? Was bedeutet Stärke und was Schwachheit und wann dient mir was?

Hören Sie „Embraceable you“ von George Gershwin gespielt von Michael Neuhalfen an der Klarinette und Marc Jaquet am Flügel in der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Foto: Uwe Janser

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