Energie – Tag 17/40 – 08.03.2021

Es gibt diese Morgende, da fehlt mir jede Kraft. Da fällt es mir schwer in den Tag zu gehen. Da sind die Aufgaben, die vor mir liegen zu groß, zu viel, zu schwierig. Da möchte ich mich noch einmal rumdrehen, die Augen wieder schließen und in einen schönen Traum zurück fallen. Meistens aber klappt das nicht, ich raffe mich auf, schaue die mir fremde Frau im Spiegel an und gehe zum Schreibtisch. Und dann fehlen die Worte. Die Hände zum Tippen gehoben, aber nichts fließt. Nur die Gedanken in Richtungen, die nicht gut sind. Wenn ich anders wäre, wenn ich jemand anders wäre, wenn ich begabt wäre, wenn ich…

Viele Bilder sind in meinem Kopf und nichts will raus in den PC auf das Papier… Irgendwann dann geschieht etwas, das alles ändert. Gott sei Dank: Eine Freundin schreibt: Deine Worte gestern waren genau richtig, sie taten mir gut (Stimmt das denn? Kann ich das annehmen?). Und ich schaue in die Bilder, die mir Uwe Janser gegeben hat, um sie für unseren Kalender zu benutzen. Eines fällt mir besonders auf: ein wunderschöner Schmetterling auf einem Finger. Und ich schüttele mich und denke, was der alles kann… Stellen Sie sich vor, da ist er eine kleine unansehnliche Raupe und plötzlich wird er wach und muss sich aus seiner Hülle herausquälen, nach der Kraftanstrengung zittert er, ganz langsam breitet er seine Flügel aus, tastend, so zart sie uns erscheinen mögen, so groß sind sie für den jungen Schmetterling, was mit ihnen machen? Und er probiert sich aus und plötzlich gelingt es ihm diese übergroßen Flügel auszubreiten und sich in die Luft zu schwingen, noch trudelt er ein wenig, aber dann… Dann lässt er sich vom Wind treiben, findet seine Richtung und ist frei alles um ihn herum neu zu entdecken.

Vielleicht geht es immer wieder genau darum, da wird am Morgen zwar nicht aus der verschlafenen Ulrike, ein schillernder Schmetterling, der sich in die Lüfte hebt, aber da kann ich ausprobieren, was da noch in mir ist, wozu meine Kraft reicht, heute und an jedem anderen Tag.

Und dann kann ich auf meine Art fliegen, leicht und mich in die Frühlingssonne erheben und das Leben schmecken.

Wie heißt es in der Bibel?

„Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig…“ Korinther 12.9

Und schon tue ich dem Schmetterling Unrecht, er ist nicht schwach, ich nehme seine unglaubliche Stärke nur nie wirklich wahr. Also erheben Sie sich und entdecken Sie die Kraft, die in Ihnen steckt.

Ja, und dann ist da heute nach etwas: „Der Tag der Frauen“. … In Italien gibt es eine Mimose, einfach so auf der Straße, hier heute nur als Foto, aber der Tag ist ja noch lang…

 

 

Hören Sie “ ’s wonderful“ von George Gershwin, gespielt von Michael Neuhalfen an der Klarinette und Berthold Wicke am Flügel in der Lutherkirche.

Ihre Pfarrerin Ulrike Veermann

Fotos: „Schmetterling“ von Uwe Janser und „Mimose“ von Ulrike Veermann

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